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Nicht noch eine ...
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Alle meine Rezensionen ansehen Zurzeit, da Kiss erstmals seit 1999 äußerst erfolgreich unser Land bereisen, stößt man hier doch glatt mal wieder auf eine "neue" Zusammenstellung der New Yorker Rock-Heroen. Doch "neu" trifft es nur auf den ersten, flüchtigen Blick. Natürlich erwartet man von den Herrn Stanley, Simmons und co. längst keine neuen Songs, geschweige denn Alben, doch die einzelnen CDs dieser zweifelhaften Playlist-Plus-Box kommen dem Kiss-Fan doch allzu bekannt vor. "Playlist Plus" ist nichts anderes als die dreiteilige "20th Century Masters"-Serie, nur eben nicht einzeln, sondern als Box. Und schon die einzelnen CDs dieser Serie waren mit einer Ausnahme unnötiger Müll (vergleiche auch die jeweiligen Rezensionen).
Aber nochmal ausführlich: CD1 scheitert kläglich daran, die produktivste und beste Bandphase (1974 bis 1977, oder wahlweise bis 1979, wenn man "I Was Made For Lovin' You" noch mitzählen will) zusammenzufassen. 12 Songs von sieben (!) Studioalben aus dieser Zeit sind ein mehr als schlechter Scherz. Wen interessiert, das beispielsweise fehlt (und das auch nur eine Auswahl): Kiss (1974): "Black Diamond", "Cold gin" Hotter than hell (1974): "Goin' blind" Destroyer (1976): "Shout it out loud", "God of thunder", "Do you love me" Love gun (1977): "Shock me", "I stole your love" Dynasty (1979): "Sure know something" ...
CD2 fasst die 80er Jahre mit exakt zwei Songs pro Album aus diesem Jahrzehnt zwar etwas lieblos, aber im Großen und Ganzen passabel zusammen. CD3 deckt mehr oder weniger die Bandgeschichte ab den 90ern ab. Und da kam bekanntlich nicht mehr viel Neues ... ein großartiges Studioalbum ("Revenge", 1992), ein zumindest interessantes ("Carnival Of Souls", eingespielt 1995, veröffentlicht 1997) und das mäßig gute Reunion-Album "Psycho Circus" von 1998. Daneben natürlich zahlreiche Zusammenstellungen und vereinzelte, wenn auch gute Live-Alben (Unplugged, Kiss Symphony). Alles nicht gerade ein Output, der eine ganze CD füllt - in diesem Fall ist die dritte CD mit 12 Songs im Prinzip ausreichend bestückt.
Fazit: Alles in allem eine lieblose und unnötige Zusammenstellung, zum einen wegen der völlig unrepresentativen Verteilung der Band-Phasen auf die drei CDs - in besonderem Maße trifft das auf CD1 zu. Außerdem ist es völlig unnötig, insgesamt nur 36 Songs auf drei CDs zu pressen. Da braucht man sich nur "Kiss Gold" anschauen, da passen 40 Songs auf zwei CDs - diese CD würde ich dem Kiss-Einsteiger auch am ehesten ans Herz legen, mit "Kiss Gold" bekommt man einen guten Überblick über die frühen Jahre der Band. Oder man schafft sich gleich die Kiss-Alive-Box an. Hier bekommt man die beiden legendären Alive-Scheiben (1975 & 1977) sowie die kaum weniger gelungene "Alive III", die die 80er-Jahre ganz ordentlich abdeckt. "Playlist Plus" kann man dagegen vergessen!
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 14. Mai 2008 |